Das Gras wachsen lassen...

Gestern begann die vierte Woche Morgenmeditation.

Der Entschluss, diese täglich um 8 Uhr anzubieten, entstand aus meiner tiefen Überzeugung, daß es vielen Menschen gut tun könnte, sich einmal am Tag mit der Praxis zu beschäftigen.

Tatsächlich erhalte ich diese Rückmeldung immer wieder. Menschen aus unterschiedlichen Kreisen haben sich zusammengefunden - Kursteilnehmer/innen, Freunde, Kolleg/innen, Bekannte... mit ganz verschiedenen Bedürfnissen und Vorerfahrungen.

Jeden Morgen freuen wir uns über das Wiedersehen und die Verbindung zueinander.

Die Meditationen, die ich anleite, ermöglichen uns, eine Haltung einzunehmen zu den Dingen, die geschehen. Freundlich, interessiert, neugierig versuchen wir wahrzunehmen, was sich von Moment zu Moment einstellt.

Es geht nicht darum, etwas zu verändern, sondern alles anzunehmen, was sich zeigt und den "Willkommensteppich" auszubreiten, auf dem alles sein darf. Auch uns selbst dürfen wir so annehmen, wie wir uns gerade vorfinden. Auch, wenn wir mit dem einen und anderen vielleicht nicht einverstanden sind...

Donnerstags meditieren wir im Stehen. Das war für einige gewöhnungsbedürftig, aber inzwischen mögen es alle gern. Diese Haltung ermöglicht besonders gut zu bemerken, wie

wir zwischen Himmel und Erde verwurzelt sind, wenn wir uns erlauben, ganz bei uns anzukommen. In der Bergmeditation beobachten wir Gedanken und Gefühle wie das Wetter um uns herum.

Wir beobachten unseren Atem und lassen Anspannung los. Das tut gut in diesen Zeiten. In den vergangenen Tagen haben wir die 9 Haltungen der Achtsamkeit erforscht. Auch für mich ist es spannend, die Meditationen anzuleiten. Heute morgen war das Thema: "Geduld".

Paradoxerweise nehmen wir fast nie wahr, wenn wir geduldig sind, stattdessen registrieren wir häufig unsere Ungeduld.

"Das Gras wächst nicht schneller, wenn wir daran ziehen", heisst es in einem Sprichwort. Dennoch fällt es mitunter sehr schwer, den Dingen ihren Lauf zu lassen, insbesondere, wenn wir andere Vorstellungen haben.

Es ist eine spannende Reise, die wir zusammen unternehmen, auch für mich. ich übe mich in Selbstdisziplin und spüre, wie ich tiefer und tiefer in die Praxis eintauche. Eine wunderbare Chance, die ich der Krise um uns herum abgewinnen kann... Wer weiß, wohin die Reise führt?

Neugierig und dankbar nehme ich einen Schritt nach dem anderen, bereit, mich vom Leben überraschen zu lassen...

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© 2019 Nicole Zijnen

Fotos: Nicole Zijnen, Volker Laengenfelder