Selbst-Mitgefühl praktizieren

Mitgefühl ist nicht dasselbe wie Mitleid.

Wenn wir mit einer Freundin oder einem Freund mitleiden, fühlen wir uns emphatisch in deren Geschichte ein und empfinden den gleichen Schmerz. Das ist eine wunderbare menschliche Fähigkeit, die uns jedoch auf Dauer nicht gut tut, weil sie uns seelisch erschöpft. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die sehr emphatisch sind und sich schlecht vom Leid anderer abgrenzen können, irgendwann selbst an seelischem Burnout leiden.

Mitgefühl führt uns weiter: wir öffnen unser Herz für den Schmerz unseres Gegenübers und schenken Raum für die Gefühle, die entstehen. Dabei sind wir uns gewahr, dass wir nicht unsere eigenen Gefühle wahrnehmen, sondern diese nur mit-fühlen. Freundlich und liebevoll können wir spüren, was der Andere von uns braucht - eine Umarmung, Worte des Trostes, unsere schweigende Anteilnahme. Wir verschmelzen nicht mit der Geschichte, aber wir wünschen der Freundin, dass sie ihr Leid überwindet.

Der nächste Schritt wäre dann, dies für uns selbst zu tun. Oft hadern wir mit Fehlern, Unzulänglichkeiten, dem eigenen Scheitern und sind uns selbst harte Kritiker. Stattdessen können wir mitfühlend uns selbst ein guter Freund sein, liebevoll mit uns reden, wahrnehmen, was wir brauchen und uns freundlich dabei unterstützen.

Selbst-Mitgefühl kann eine wertvolle Ressource in schweren Zeiten sein und unsere Selbstheilungskräfte stärken.

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© 2019 Nicole Zijnen

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